TrackPilot bei ÖPP-Vorhaben

Effizienz und Sicherheit sind im Straßenbau absolut wichtig. Für die mit 65 km Ausbaustrecke aktuell längste Autobahnbaustelle der Bundesrepublik, die A7 Hamburg-Bordesholm, gilt das besonders. Die erste privatfinanzierte Autobahn, ÖPP-Modell, in Hamburg und Schleswig-Holstein wird bei rollendem Autobahnbetrieb realisiert, wobei alle Stufen eines Projektzyklus durchlaufen werden:

  1. Planung und Finanzierung
  2. Bauausführung
  3. Betrieb und Unterhaltung

In der Bauausführung ist ein Verbund der Firmen HOCHTIEF Infrastructure GmbH, KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG und Tesch Straßenbau GmbH & Co. KG mit der Erbringung der vertraglich geschuldeten Leistungen betraut. Um dieses Mammut-Projekt zu bewältigen, sind in Spitzenzeiten weit mehr als 700 Mitarbeiter gleichzeitig entlang der Strecke und den Ingenieurbauwerken tätig.

Viele Gründe bestmögliche Transparenz in den Bauablauf zu bringen. Darum ist auch das TrackPilot-System der PLT Planung für Logistik & Transport GmbH aus Berlin mit dabei. Eine dreistellige Anzahl beweglicher Einheiten wie Fertiger, Großgeräte, LKW, Traktoren und Tankwagen wurde im GPS-Ortungsportal TrackPilot zusammengefasst. Das ermöglicht den komplexen Einsatz der Industrie 4.0 durch die Vernetzung von Mischanlagen, komplexer Logistik und Baustellen in Echtzeit beim Baukonsortium.

Stefan Volz, Geschäftsführer der Volz Consulting GmbH dazu: „Zuverlässige Telematik-Daten, die live über eine professionelle Datenschnittstelle vorliegen, bilden eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Einsatz unseres führenden Bauprozesssystems mit dem Namen BPO. Mit BPO können alle vor Ort laufenden Prozesse in Echtzeit vernetzt, analysiert, visualisiert und optimiert werden“.

Mitunter ist in BPO auch eine Simulation enthalten, die u. a. den tatsächlichen Baufortschritt des Betoneinbaus simulieren kann und die komplette Logistik im Zeitraffer abbildet. Einbauparameter wie Mehr- oder Minderverbräuche sowie die Restmengen werden automatisiert berechnet.

ÖPP Vorfahren

Die komplette Logistikkette wird auf der Baustelle an einem Tablet-PC übersichtlich dargestellt, die Massenströme bestimmt und die Beladezeitpunkte, sowie die voraussichtliche Ankunft der LKW am Betonfertiger errechnet. Dadurch werden Warte- und Leerlaufzeiten auf der Baustelle vermieden und die Belieferung der Baustelle verläuft gleichmäßiger im benötigten Takt. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern erhöht auch die Einbauqualität indem qualitätskritische Stopps auf der Baustelle vermieden werden.

Der längere Vollbetrieb mit TrackPilot zeigt eine durchweg positive Zwischenbilanz, aus der folgende Punkte herausragen: Die Verkehrsbelastung zum Einbringen der benötigten 400.000 m³ Beton sinkt durch das Telematik basierte Mengen-Erdbau-Konzept. Benötigte man vor TrackPilot ca. 70 LKW für die Fertigung der Betonfahrbahn, sind es jetzt nur noch rund 40. Auch bei den Tankvorgängen der umschichtig arbeitenden drei Tankwagen sind die Vorteile offensichtlich. Tankwagen können den Abnehmerfahrzeugen nun punktgenau zugewiesen werden. Über Matchdaten ist später der Abgleich pauschaler Rechnungen prüffähig. Individuelle TrackPilot- Reports machen auch vorgelegte Mautkostenberechnungen nachvollziehbar.

„Mit der vorliegenden Transparenz gibt es nur noch eine Wahrheit. Es erübrigen sich viele Diskussionen und Nachfragen. Somit sprechen alle Beteiligten die gleiche Sprache“ ergänzt Michael Grund, zuständiger Projektkaufmann Streckenbau der ARGE A7 Hamburg-Bordesholm vom Gesellschafter HOCHTIEF Infrastructure GmbH.

Er sieht, ebenso wie Stefan Volz, die einfache Installation und Anwendung des TrackPilot als absolut sinnvoll und empfehlenswert für jeden modernen Bauablauf an.

Bilder und Video: ARGE A7 Hamburg-Bordesholm

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